Mittwoch, 14. Juni 2017

Bloggerin Claudia erzählt uns ihre MS-Geschichte!

Ich freue mich riesig, dass Claudia von http://www.memyselfandmyms.de/ uns heute ihre MS-Geschichte erzählt. Ihr könnt jedoch nicht nur alles über das Thema Multiple Sklerose auf ihrem Blog lesen, nein, auch ihr Leben mit Yoga, MS mit Gluten und über ihren Beruf findet ihr gute Beiträge. Schaut mal vorbei. Ich abonnierte ihren Blog!



Herzlichst
Eure



Liebe Claudia,
ich bin so dankbar, dich über Instagram https://www.instagram.com/carolineregnardmayer/
gefunden zu haben. Uns verbindet nicht nur die MS. Vor Wochen durfte ich einen Gastbeitrag bei dir schreiben, und heute bist du bei mir zu Gast. Herzlichen Dank. Austausch und ein Miteinander sind bei unserer Krankheit sehr wichtig. Kann der eine nicht mehr weiter, so wie ich vor Monaten, da hast du mir das tolle Buch geschenkt und mir eine riesige Freude bereitet, fängt der andere auf. Ich bin jederzeit für dich da und hoffe, wir treffen uns einmal persönlich.

Von Herzen alles Liebe, Deine Caro


Hier ist die MS-Geschichte von der lieben Bloggerin Claudia:

Meine MS-Geschichte

Liebe Caroline, ich danke dir vom ganzen Herzen, dass nun auch ich einen Gastbeitrag auf deinem Blog schreiben darf. Du bist so wunderbar und ich möchte mich bei dir bedanken, dass ich dich kennen darf und finde es so toll, dass es dich gibt. Bleib so wie du bist meine Liebe, denn so wie du bist, bist du genau richtig. Fühl dich sanft gedrückt J.

„Wie alles begann? Oh je meine Lieben. 2002 konnte ich mich endlich von meinem Vater (räumlich, nicht seelisch) lösen. Er war ziemlich gewalttätig, prägte mein Leben ins unermessliche. Also machte ich mein Schulabschluss und nun hatte ich weniger wie 2 Wochen Zeit um mich für ein Studium zu bewerben! Warum nur zwei Wochen? Es war nicht geplant, dass ich studiere. Doch leider bekamen wir, meine Mutter und ich, (Vater natürlich nicht) Mitte Juli die Ausweisung aus Deutschland und das bis zum 31.07.! So hieß es, wenn ich eine weiterführende Ausbildung mache, könnte ich hierbleiben. Also hatte ich nur eine Möglichkeit, ich musste schnell eine Entscheidung treffen (so viel zu meinem letzten Beitrag auf meinem Blog J ), die war, mich da wo ich wohnte, auf einen Studienplatz zu bewerben. Warum da wo ich wohnte? Ich war mit dem Wohnsitz beschränkt und konnte nicht frei Schnauze irgendwo anders Bewerbungen losschicken. Zum Glück hat es geklappt und ich wurde genommen. Jedoch hatte ich von Informatik überhaupt keine Ahnung, was mich dann zusätzlich unter Strom legte.

Ab September 2002 fingen meine MS-Symptome an. Ich wusste nicht, dass es welche waren nur, dass mit mir etwas nicht stimmte. Hatte unendlich starke Kopfschmerzen, die so unerträglich waren, dass sich mein damaliger Freund wirkliche Sorgen um mich machte und mitgelitten hatte. Krankenhausgänge waren nicht wirklich eine Seltenheit. Zu meiner Traurigkeit konnte/wollte damals sich niemand wirklich mit meinem Fall auseinandersetzen. Also habe ich weitergemacht, als wäre nichts passiert. Haja und nachdem ich dann in Technische Informatik mein Vordiplom mit einer glatten 5,0 abgeschlossen habe, musste es irgendwie weitergehen. Doch wie? Also wechselte ich zu Wirtschaftsinformatik, denn meine Zukunft hing ja davon ab. Zur meiner Erleichterung funktionierte das sehr gut und ich fing an nicht nur Spaß an Informatik zu finden, sondern verstand es auch allmählich. Hatte ja 3 Semester davor Übung und genug Nachtschichten eingelegt und mir das Programmieren beizubringen. Also je schlauer ich wurde, desto mehr konnte ich innerlich entspannen. Was dazu führte, dass ich es mir körperlich immer schlechter ging. Jaaaa diese Logik wieder...

Bis 2008, also bis zu meinem Abschluss, dachte ich mir mit meinen Beschwerden nichts dabei. Machte weiter, wobei ich sagen musste, dass ich es geschafft habe bis zum 22.04.2008 ganze 60 Zigaretten am Tag zu rauchen. Und ab dem 23.04.2008 war ich Nichtraucher, bis heute.

Ab Oktober 2008 begann ich ein Masterstudium in „Bioinformatik und Systembiologie“. Der Studiengang hielt nicht lange, da er neu umstrukturiert werden musste, weil wir nur ganze 2 Studenten waren. 2008 wohnte ich auch in einer Frauen-WG, die mir den letzten Nerv raubte. Es wurde schon früh morgens gesoffen, abends kamen irgendwelche Männer zum Kiffen und sonstiges vorbei. Da war bei mir nichts mitlernen, ausruhen entspannen. Wenn ich dann noch bis 22 Uhr Vorlesungen hatte, tja dann konnte gut sein, dass in mein Bett schon jemand anderen lag und pennte. Oh wie ihr vielleicht raus lesen könnt war ich doch relativ unter Strom all die Jahre. Ich kam nie wirklich zur Ruhe.

Bis Anfang 2009. Da traf ich auf den Rüdiger wieder. Wieder? Ja, wir studierten an derselben Fachhochschule. Wir waren damals beide mit jemand anderen liiert. Also Mai 2009 haben wir geheiratet und September 2009 bekam ich meinen ersten Schub – damals wusste ich aber nicht, dass es ein Schub war – ging daraufhin in die Klinik, wurde untersucht (nein natürlich wurde bei mir KEIN MRT oder sonstiges gemacht) nur sonderbar untersucht. An einem Freitag wurde ich mit einer Überweisung in die psychiatrische Ambulanz entlassen. Mein Kopf, meine Psyche fühlten sich aber sehr gesund an. Ich ging nach Hause und hakte es ab. Das war auch ok bis Anfang 2011. Im Februar 2011 bekam ich einen 2ten Schub, ein schwerer Schub. Nach vielen Untersuchungen kam dann am 03.Mai.2011 die Diagnose – Multiple Sklerose!

Den weiteren Verlauf dürftet ihr dann eventuell meinem Instagram Account oder meinem Blog mitbekommen haben J.
Mein kurzes Fazit: Erst als ich wirklich runterkommen konnte, mich durch Rüdiger in Sicherheit wiegte, konnte die MS ausbrechen. Ist es nicht meistens so? Man freut sich auf den Urlaub, man stand unter Dauerstrom, tja und wenn man dann endlich Urlaub hat, liegt man plötzlich flach?!
Wie dem auch sei, ich war Gott froh dem Kind einen Namen geben zu können, denn jahrelang in Ungewissheit zu leben - ist kein richtiges Leben.

Eure
Claudia