Sonntag, 10. April 2016

Autor Rainer Pick

Ich werde mit Autor Rainer Pick beginnen. Er hat mir vorab schon eine kleine Zusammenfassung seiner Person geschrieben, anschließend wird er mir meine Fragen beantworten.

Es macht mich neugierig was hinter meinen Autorenkollegen steckt, das was ich auf Facebook nicht auf den ersten Blick erkennen kann. Einige sind auch Autorenfreunde, manche Bücher habe ich gelesen, manche werde ich noch lesen. 

Rainers Geschichte berührt mich und welch Schicksal steckt hinter diesem Namen, aber auch welcher Lebensmut. Solche Menschen möchte ich euch vorstellen, nicht alle gebeutelt vom Schicksal, eben Menschen die alle eine Geschichte hinter ihrem Autorenname haben und selbst ich bin sehr gespannt, ihre Geschichten zu hören und lesen.


Zur Person Rainer Pick:


"Als Mann, meiner noch immer sehr geliebten Frau Christel, habe ich etwas mehr als 40 Jahre Erfahrungen anzubieten, die den Beziehungen zwischen Mann und Frau nach langen Jahren entsprechen. Ergänzend dazu eine weitere Beziehung zu einer Frau, meiner Freundin und Kollegin Andrea C. Beutel. die Beziehung entspricht etwa dem eines älteren Bruders zu seiner jüngeren Schwester und ja, wir verstehen uns oft besser, als manches Ehepaar. „wink“-Emoticon


Mit meiner Christel habe ich es geschafft, 3 Kinder, ein Mädchen und zwei Jungen in die Welt zu setzen, wobei ich mich manches Mal fragen, ob das richtig war. Nicht wegen der Kinder, die ich von ganzem Herzen liebe, sondern wegen der Welt, in die sie inzwischen gesetzt sind. Es istübrigens meine zweite Ehe, während der Studienzeit hatte ich eine erste, schöne Beziehung, es wurde geheiratet, ein Junge "gebastelt", aber die Ehe hatte wenig Chancen, denn wir wohnten im kleinen Eigenheim der Schwiegereltern.




Geboren bin ich an der Oder in Bad Freienwalde, meine Liebe ist in Boizenburg an der Elbe geboren. Als sie 1999 ihren ersten Schlaganfall erlitt, haben wir, zur Rekonvaleszents gemeinsam ein kleines Buch geschriueben, es sollte ihr ermöglichen, das vorhandene Wissen um ihr bisheriges Leben wieder in die richtige Zeitabfolge zu bringen und mir diente dieses schreiben, als Ausgleich für meine aufgewühlte Seele. So entstand "Komawache"unser erstes Buch. Als dann klar wurde, dass meine Christel ein Pflegefall bleiben wird, habe ich mir eine Aufgabe gesucht, die ich sozusagen neben ihr erfüllen kann. So begann ich zu schreiben. 
Es entstand "Kinder wohnen mit Menschen", ein Buch, in dem ein Knabe im zarten Alter von vielleicht 12 Jahren die Welt, seine Welt der Erwachsenen beschreibt. Ohne boshaft zu sein, beschreibt er die Irrtümer der Erwachsenen, die meinen, dass ein Kind, ihr Kind nicht bemerkt, wenn sie schwindeln oder wenn sie mit den Erfolgen anderer "angeben". Es entstanden viele Kurzgeschichten, z.B. "Kubolzki", die auch ein Hörbuch wurde, andere Geschichten habe ich selber gesprochen. Mit viel Vergnügen ehrlich gesagt, was mir stets wichtiger war, als die Perfektion der aufnahmen. Genau zu unserem 34 Hochzeitstag musste ich ins Krankenhaus. Ein Schlaganfall riss mich etwas aus der Bahn, aber bis auf Beeinträchtigungen meines linken Beins funktionierte alles wieder. Vor fast vier Jahren dann erlitt meine Christel einen weiteren Schlaganfall. er trennte abrupt unsere verbale Kommunikation und zwang sie in den Rollstuhl. Anfänglich war ihre komplette rechte Körperhälfte gelähmt, schlucken und sprechen konnte sie nicht mehr. Seither pflege ich sie hier in unserem zuhause, mit Unterstützung eines amb. Pflegedienstes und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen. Allmählich nur und viel zu langsam in meinen Augen gewinnt sie an Mobilität und kann auch wieder schlucken. Inzwischen isst sie, zwar unbeholfen mit ihrer linken Hand und einem Löffel ihre Speisen selbstständig. Nur sprechen kann sie noch immer nicht. Wir verständigen uns mit den Augen, denn Gestik und Mimik täuscht leider noch immer. Hin und wieder, ohne Druck und monitäre Gründe, lesen Andrea und ich gemeinsam vor Publikum. Kinder und Erwachsene belesen wir dabei und erfinden am Ende der Lesungen oft noch eine Geschichte mit den Hörern, das gelingt mit Erwachsenen, macht aber viel mehr Spaß mit den Kindern."


Das Interview:
Rainer Pick, 65 Jahre werde ich in diesem 2016 und wohne in Penkun, einem Ort in Vorpommern


Seit wann schreibst du?
Begann schon als Schüler, 1974 bedichtete ich meine Frau, mit der ich noch heute verliebt und eng verbunden bin.

Was schreibst du?
Kurzgeschichten und Gedichte

Was fasziniert dich am schreiben?
Ich bestimme den Weg und die Handlung meiner Protagonisten, etwas, das kaum jemand in der realen Welt von sich behaupten kann.

Arbeitest du an einem neuen Projekt?
Ja, gemeinsam mit einer lieben Kollegin Andrea C. Beutel arbeite ich an ihrem Romanprojekt.

Was möchtest du uns noch sagen, z.B. Hobby, Beruf, Familie und Bücher oder ist alles gesagt?
Ach Gott, wenn ich nun anfangen würde alles zu beschreiben, dann kommen meine Kollegen bei Dir nicht mehr zum Zuge. Mein Lebensinhalt ist meine Familie, drei Kinder aus dieser Beziehung und ein Sohn aus einer schönen Studentenehe und vor allem meine Frau, die sehr krank ist und daher meine unmittelbare Nähe braucht. An ihrer Seite kann ich schreiben, was mich bewegt.


Lieber Rainer, 

ich bedanke mich ganz herzlich bei dir für dieses sehr schöne Interview. Von deiner persönlichen Vorstellung bin ich sehr berührt und sehe, welch Trost und Liebe es ist, wenn man mit einer Krankheit nicht alleine da steht.

Ich wünsche euch, dir und deiner Christel noch sehr viele gute Jahre, dir Erfolg als Schriftsteller, dass du immer die richtigen Worte findest und weiterhin Ideen hast. Manchmal ist es nicht immer einfach das Schreiben, wobei es mir die Welt bedeutet, denn im Alltag bin ich oft sprachlos und gefangen in meiner MS und Depression.


Herzlichst

Caro

Buchinhalt:
„Wir bauen eine Brücke – von uns hinaus in die Welt“ ist eine Anthologie von pflegenden Angehörigen.
Das Wort ›Pflege‹ ist jedem bekannt. Was bedeutet es aber, ›Pflegende/r Angehörige/r‹ zu sein?
Wir laden Sie einen Augenblick in unsere Welt ein, bauen eine Brücke von uns zu Ihnen. Lernen Sie uns und unsere Gedanken kennen.
Trauer, Verzweiflung, Hilflosigkeit und Angst stehen für uns nicht im Vordergrund, sondern die LIEBE zu unseren Angehörigen, die uns die Kraft gibt, diese zu pflegen. 
Der gesamte Verkaufserlös geht an eine Stiftung, die sich für die Belange von pflegenden Angehörigen einsetzt: 'Wir! Stiftung pflegender Angehöriger'.
Damit geben wir etwas für diesen Einsatz zurück.