Samstag, 28. November 2015

Wie schwierig ist es oft für ein Kind oder Jugendlichen, wenn ein Elternteil von MS betroffen ist!

... das war schon ein Thema in eins meiner Bücher, denn ich selbst bin Mutter von zwei Kindern, erlebe diese Situation jeden Tag seit  Diagnose 2004.
... meine Kinder waren damals acht und vier Jahre alt.
... erschwerend kam dazu, dass ich seit 2001 mit beiden alleine lebe, seit 2011 ist ihr Vater verstorben.

Nicht leicht diese Lebenssituation, aber wir haben sie zu dritt bestens gemeistert. Oft gab es fast unlösbare Probleme, aber
dank meiner Eltern umschifften wir manche Klippe.

Für meine beiden Kindern war
zu Beginn meiner MS das nicht-verstehen-können, das schwierigste, denn sie spürten die Veränderungen und konnten sie nicht benennen. Ich habe ihnen ihrem Alter entsprechend immer wieder vieles erklärt und heute mit ihren 16 und 20 Jahren sind wir ein eingespieltes Team. Wir können stolz sein, besonders ich, dass wir heute an einem Punkt stehen, der mit Liebe und Verständnis uns zusammen geschweißt hat.


Ich spreche öfters auch mit beiden, wie es mit mir weiter geht, wenn beide ausgezogen sind. Da haben wir eine gute Lösung gefunden bzw. ich, da können beide Kinder ihren Weg gehen ohne Rücksicht auf mich zu nehmen.
Auch habe ich mich immer bemüht ihnen Stabilität zu geben, mit ihnen viel unternommen, schöne Urlaube, selten Termine abgesagt auch wenn mir nicht immer der Sinn nach Aktivität war. Als sie klein waren, packte ich oft den Picknickkorb und ab in den Wald ... da konnten sie spielen (am besten war ein Bach in der Nähe) und ich setze mich an den Rand und genoss die Natur und das Spielen der Kinder...

Kinder und Jugendliche mit von MS betroffenen Eltern müssen ihren Weg gehen, sich frei entwickeln und offen ihre Meinung sagen können, denn sonst wird der Frust auf beiden Seiten groß, manchmal unüberwindbar.
Eltern sollten sich Hilfe von außen holen z.B. Pflegedienst, Gespräche mit Sozialarbeiter etc. , denn man darf die Kinder nicht zu sehr in den Alltag mit einbeziehen, wenn ein Elternteil pflegebedürftig ist. Es ist eine Gratwanderung, die aber mit Gesprächen zu meistern ist. Denn auch Kinder und Jugendliche sollten doch offen ihre Meinung sagen dürfen, wenn  sie sich überfordert fühlen.
Heranwachsende Kinder brauchen ihren Freiraum, sollen ihr soziales Umfeld pflegen dürfen, wie wir Erwachsene. Unterstützen Sie ihr Kind dabei! Lassen Sie es Sport treiben, bitten sie andere Eltern um Hilfe, wen der Junior mal wieder ein Fußballspiel hat und sie nicht fahren können.

Meine Erfahrung ist, dass es nichts und keine Situation gab, die in all den Jahren zu dritt nicht zu lösen war. Und es gab verdammt viele schier ausweglose Gegebenheiten und Ausfälle von mir. Wenn ich in der Klinik lag und danach kaum laufen konnte.  Geldsorgen und u.v.m. 
Aber wir haben sie gemeinsam gelöst und sind gestärkt. Was noch kommen mag, weiß ja niemand, aber wir sind ein gutes Team - jeder geht in dieses Team auch seinen eigenen Weg!

Das wünsche ich euch auch, dass ihr die teils schweren Alltagssituationen mit euren Familien gut löst.
Alles Liebe und vertraut eurem Bauchgefühl.

Herzlichst
Eure Caro