Mittwoch, 13. August 2014

Amsterdam, eine Stadt mit Flair, aber weniger für gehandicapte Menschen, aber nicht unmöglich .... meine Erfahrungen!

Hallo Ihr Lieben,

heute berichte ich von meinem Kurztrip in Amsterdam.



Schon zuhause habe ich mich erkundigt, was mich als gehandicapter Mensch dort erwarten wird und ich kann euch nur sagen, die Ausbeute war niederschmetternd und somit nahm ich Paulchen, meinen Stock mit. Im nachhinein wäre der Rollator die bessere Wahl gewesen. Mit Rolli alleine, unmöglich, da dürft Ihr euch nicht auf dieses Abenteuer einlassen.

Kopfsteinpflaster, die zwar toll aussehen auf den Gehwegen, aber eine Hürde für unsereins, die mich manchmal zum straucheln brachten, ebenso die Schienen der Straßenbahn.
Die Museen haben zwar alle Fahrstühle, aber im Anne-Frank-Haus half mir das wenig. Er fuhr nur in eine Etage der Ausstellung. Nach der ersten Etage und dem mühevollen Aufsteigen der Treppe im Vorderhaus kehrte ich um und kaufte mir ein Buch im Museumsshop. Während meine Tochter das Haus (Vorder- und Hinterhaus incl. Ausstellung) besichtigte und bis zum Dachboden hinauf kletterte, auf der anderen Seite drei Stockwerke hinunter, saß ich draußen im Schatten und las im Buch, was ich so alles versäumt hatte. Nun gut, ist eben so!

Hier der Link zum Anne-Frank-Haus:

http://www.annefrank.org/de/
Museum neben dem Anne-Frank-Haus

Anne-Frank-Haus (3. Haus von rechts)

Vergesst nicht zuhause die Karten online zu bestellen, denn sonst müsst ihr bis zu zwei Stunden anstehen. "Behinderteneingang" gibt es links vom Eingang (separater Eingang)!!
Das Buch "Die Helfer des Hinterhauses" ist eine wunderbare informative Lektüre, die das Leben runter um Anne Frank, ihre Familie und die Helfer vor dem 2.Weltkrieg bis zur heutigen Zeit erzählt. Wäre ich durchs Haus gelaufen, wäre ich nie auf dieses tolle Buch gestoßen.


Einen Tag verbrachte ich alleine mit der jüdischen Kultur und ihrer Vergangenheit. Nichts für schwache Nerven, aber das weiß jeder, wenn man sich mit dieser schrecklichen Zeit des Nationalismus und Gräueltaten auseinander setzt. Mich hat die jüdische Kultur und ihre Religion schon immer sehr interessiert und somit war das jüdische Museum eine sehr gute Wahl.
 http://www.juedischegeschichteamsterdam.de/

Keine Wartezeiten, überall und in jeder Etage Aufzüge oder Hebebühnen, ich war begeistert. Weniger vom Inhalt, der mich manchmal sehr betroffen machte.
 Eingang des jüdischen Museums

 ....Gebetsmäntel und wunderschöne religöse Gebrauchsgegenstände der Portugiesisch-Israelitischen Gemeinde 
... Große Synagoge

 ... Porzellan, gefunden nach der Zerstörung der jüdischen Viertel im 2. Weltkrieg

... Machsor, ca. 1250, ein mittelalterliches Gebetsbuch


... die Bibel ca. 400 Jahre alt

Bima, zentrale Erhöhung der Synagoge, von hier wird die Tora (5 Bücher von Moses) gelesen


Nach dem Museums besichtigte ich gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite die Portugiesische Synagoge, die heute wieder eine lebendige Begegnungsstätte ist.
http://www.portugesesynagoge.nl/

Tief berührt haben mich diese beiden Gebäude, sehr ergriffen saß ich im Innern dieser unversehrt gebliebenen Synagoge.

..und so habe ich nur wenige Fotos, denn ich musste erstmals das Gesehene verarbeiten.

Nach eine Kaffeepause, denn meine Beine trugen mich keinen Meter mehr weiter, besuchte ich noch das Ausschwitz-Monument.



Es gab aber auch erfreuliches zu besichtigen und da gebe ich euch folgenden Tipp, denn auch hier erwarten euch keine große Menschenmengen: Begijnhof

 http://www.begijnhofamsterdam.nl/

Von etwa 1150 Frauen begannen eine Form des religiösen Lebens jenseits aller klösterlichen Verband. Sie haben eine Menge auf Gesundheitsversorgung. Man kann sagen, das waren die ersten Beginen ..... Das Gründungsdatum des Beginenhofs, Amsterdam ist nicht festgelegt. Das erste Mal, dass etwas im Jahr 1307 in der Landvogtei Konten Amstel ankündig twurde und von Beginen erwähnt wird. Im Jahre 1346 erwähnt.... 



Unweit des Anne-Frank-Hauses, aber gerne übersehen und nicht als zu wichtig genommen, der Westerwerk, Kirche und Wahrzeichen des Jordaan-Viertels !
Unbedingt besichtigen!! Vom Turm muss man einen sagenhaften Blick über die Grachtenlandschaft haben, blieb mir leider verwehrt :(






Weiteres kann ich euch auch sehr empfehlen - eine Grachtenrundfahrt am Abend!

 Am Abend ist an vielen Anlegestellen wenig los und man kann die Seiten im Boot ohne Probleme wechseln....oder einfach die Seele baumeln lassen und genießen!



Mit diesem abendlichen Foto von Amsterdam möchte ich meinen kleinen Bericht über die niederländische Hauptstadt abschließen. 
Wer noch mehr erfahren möchte z.B. über unserer sehr zentral gelegenes Hotel, dann schreibt mir.
Ich hoffe, es hat euch gefallen!?

Amsterdam ist auf jeden Fall eine Reise wert und sollte für Menschen mit Handicap gut geplant sein.
Ich auf jeden Fall werde noch besser planen, keinen Rollator vergessen und verständnisvolle Menschen mitnehmen!

Herzlichst
Eure 
Caro